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FÜR FRIEDEN ...

Der Frieden ist das Gold des Lebens.
Augustinus Aurelius

 

Seit vielen Jahren schon versucht die „Friedensmittelschule“ Seitenstetten-Biberbach diesem selbstgewählten Prädikat mit der Durchführung diverser Projekte gerecht zu werden und den Friedensgedanken immer wieder bewusst in den Fokus ihres Handelns zu rücken; einige Denkmäler und auch Auszeichnungen (Sadako, Europäische Friedensrose Waldhausen) erinnern konkret daran.

1. Zur Person Matzenberger …

Im Vorfeld des aktuellen Projektes, dem zumindest ein Teil der Projektwoche im November 2018 gewidmet worden war, stand die ausführliche Information in Wort, Bild und Film über die Person Stefan Matzenberger und dessen Bedeutung – vorerst für den gesamten Lehrkörper, danach für alle 190 Schüler/innen. Die Beantwortung eines Fragebogens sollte die Beschäftigung mit diesem Menschen vertiefen; im Folgenden nur einige der Fragen und Antworten (3a- u. 3c-Klasse):

Was kann mir Stefan Matzenberger heute noch sagen?
Gewalt ist nie eine Lösung! Trotz eines furchtbaren Schicksalsschlages kann man ein „normales“ Leben führen und vieles bewirken. Wenn man zielstrebig etwas verfolgt, kann man viel erreichen. Gute Gespräche/Briefe können viel Überzeugungskraft in sich haben.

Was bewundere ich an dieser Person?
An Herrn Matzenberger bewundern wir, dass er sich von seiner Blindheit nie unterkriegen hat lassen. Er liebte seine Frau, obwohl er sie nie gesehen hat. Er schaffte große Veränderung, z.B. die Einführung des Zivildienstes. Außerdem wurde er viermal als Nobelpreisträger nominiert.
An Herrn Matzenberger hat uns sehr beeindruckt, dass er trotz seiner Blindheit seine Träume gelebt und sich für den Frieden eingesetzt hat. Er war immer zuversichtlich und hat sich nicht unterkriegen lassen.
Charakterstärke, Willenskraft, Konsequenz, Fleiß, Mut, Hilfsbereitschaft, Durchhaltevermögen fallen uns zu diesem großartigen Menschen ein.

Was würde ich ihn gerne fragen, was würde ich ihm schreiben wollen?
Was war der schlimmste Augenblick in Ihrem Leben? Wie lebt man als Blinder, wie kann man als Blinder mit solcher Energie für den Weltfrieden arbeiten? Wie wäre wohl Ihr Leben verlaufen, wenn Sie das Augenlicht nicht verloren hätten?

Wie sollte man die Erinnerung an ihn wach halten?
durch: Schulprojekte, Erinnerungstafel, Denkmäler, Vorträge, Veranstaltungen wie Friedensmärsche …

 

 

2. Vom Zauberwort zu Matzenberger …


Jede der zehn Klassen unserer Schule hat für sich am Beginn der Mittelschulzeit ein sogenanntes „Zauberwort“ gefunden, das die Schüler/innen der 1. Klassen in der Vollversammlung präsentieren und das sie vier Jahre hindurch „begleitet“. Mit diesen Zauberwörtern (z.B. Mut, Zuversicht, Vertrauen, Zusammenhalt, Einheit  …) sollten sie nun einen Bezug zu dem vorbildhaften Wirken und Tun des Stefan Matzenberger herzustellen versuchen – in Worten, mit einem Symbol oder …                                   

So hat jedes Kind der 2b-Klasse ein Stück des Peace-Zeichens zum Thema „Wir sind eine Einheit“ in der Zentangletechnik mit schwar¬zem Faserstift beigesteuert und anschließend verein¬facht dargestellt.
Jedes noch so kleine Teilchen, jeder noch so kleine Beitrag ist wichtig für die Einheit, für den Frieden (in der Klasse). Alle sind mit allen verbunden.
Die 3c-Klasse lebt das Zauberwort „Frieden“; der folgende Ausschnitt einer Plakatwand zum Thema – entstanden in einem „Malspiel“ nach Arno Stern – stammt von ihr.

 

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3. Symbol als Resümee …

 

Der 3a-Klasse waren Begriffe wie Zivilcourage und Bürgermut besonders wichtig:

Erklärung des von der 3a-Klasse gefundenen Symbols (rechts):
Es gilt mit beiden Händen für den Frieden auf unserer Welt tätig zu sein!
Wir dürfen nicht „blind“ durch unser Leben gehen oder gar wegschauen!

 

 

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Ein weiterer wichtiger Schritt war nun also, unter Anleitung der Papierkünstlerin Renate Habinger aus Naturmaterialien ein Blatt Papier zu schöpfen und dieses mit dem Zauberwort oder eben dem gefundenen Symbol zu verschönern. Bei diesem schöpferischen und kreativen Tätig-Sein sollte jeder Einzelne den Regungen seiner eigenen Seele nachspüren, seinen Gefühlen Ausdruck und Gestalt verleihen, aus dem inneren Reichtum schöpfen … Diese beinahe spirituelle Tätigkeit konnte im Gedenken an Stefan Matzenberger ein Prozess der berührenden Selbsterfahrung sein.

 

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Das Papierschöpfen mit der Künstlerin Renate Habinger trug Wichtiges zur thematischen Auseinandersetzung bei; das Aufbringen des Symbols und die vereinfachte Darstellung des gefundenen Zeichens auf dem handgeschöpften Blatt Papier waren Folgetätigkeiten.

Die 1. Klassen wiederum haben in der Beschäftigung mit Dr. Stefan Matzenberger ihre Zauberwörter erst finden müssen, unter anderem mit Fragestellungen wie: Wie kommt es zum Streit, wie finde ich den Frieden? Letztendlich einigte man sich auf die zwei Zauberwörter „Gemeinschaft“ und „Hilfsbereitschaft“.

 

 

4. Kraniche für den Frieden …


Kraniche gelten als Friedenssymbole, nicht nur an unserer Schule, wo das Sadako-Schicksal (Atombombenabwurf auf Hiroshima) – sie hatte in der Hoffnung, wieder gesund zu werden, mehr als 1000 Kraniche gefaltet – schon lange bekannt ist und Masahiro, der Bruder Sadakos, an unserer Schule mit einem Originalkranich Sadakos zu Gast gewesen ist.

 

Aus dem selbst geschöpften und fertig gestalteten Blatt Papier haben die Schüler/innen in Origami-Technik einen Friedenskranich gefaltet, von denen einige (als Friedenssymbole aus den jeweiligen Klassen) auf der 12 Millimeter starken Plexi-Glasscheibe (1.30 Meter im Durchmesser) mit den darauf aus dünnem Stahlblech angebrachten fünf Kontinenten befestigt worden sind. Dieses neue Friedensobjekt soll nun im Foyer unserer Schule die stete Erinnerung an Stefan Matzenberger und den im Alltag zu lebenden Frieden wach halten. Hergestellt wurde dieses Kunstobjekt in Zusammen¬arbeit mit der Lehrwerkstätte der Firma Lisec.

 

 

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5. Eine Frage, die immer bleibt …

Die abschließende Frage am Arbeitsblatt „Matzenberger“ wie auch die 100. Frage in seinem Buch Von der Friedensethik zur Friedenspolitik. Hundert Fragen an den Pazifismus lautet:

Auf welche Weise willst du in Zukunft für den Frieden tätig sein?
Einige Schülerantworten:
Frieden mit mir selbst schließen – ein freundliches Wort sowie Lob und Anerkennung aussprechen – herzlich grüßen – dem Mitmenschen respektvoll gegenübertreten – jeden so akzeptieren, wie er eben ist – ein dankbares Lächeln verschenken – Vertrauen aufbauen – gerecht, tolerant und hilfsbereit sein – gleiches Recht für alle gelten lassen, Rechte verteidigen – auf den Schwächeren achten, ihm helfen, ihn verteidigen – andere so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte – niemandem Böses wünschen – keinen Streit beginnen/provozieren, kein Mobbing zulassen, Aggressionen abbauen – Kompromisse schließen – bei Unrecht nicht zuschauen – Werte verteidigen, Würde einfordern …

 

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6. Dem Frieden ein Stück näher …


So wollen wir hoffen, dass uns die intensive Beschäftigung mit dem Menschen Stefan Matzenberger dem Frieden ein Stück näher bringt. Sein einfaches, be-scheidenes Leben, seine klare, mutige Zielvorstellung und seine von Frieden durchdrungene Haltung, ja sein ganzes Leben können uns Wegmarken sein. Dieser blinde Mensch kann Orientierung geben und uns den Weg hin zum Frieden weisen. Gehst du mit? 

 

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